Carmen und Michaels Erlebnisse

In diesem Blog könnt Ihr miterleben, wie wir dazu gekommen sind nach Paraguay zu gehen und was wir so alles erlebt haben.

Die lange Suche nach unserem Grundstück

Schon kurz nach unserer Ankunft begannen wir mit unserer Grundstückssuche und hätten nicht gedacht, daß es sich so lange hinauszögert. Den Anfang machte mal wieder ein Kontakt, den wir schon in Deutschland geknüpft hatten.

Valle Tucan in Emboscada - für acht Monate unser Zuhause

Das Schicksal hatte uns schon in Deutschland den Kontakt zu Anita und Jörg Janisch hergestellt. Wir hatten sie als mögliche Unterkunft eigentlich nicht auf dem Plan, denn Emboscada lag uns viel zu nah an Asunción. Aber wir haben uns ja treiben lassen und schließlich war es ja wenigstens nicht mehr mitten in der Stadt.

Weihnachtspost 2017 nach Deutschland

In dem folgenden Brief hatten wir zum Weihnachtsfest 2017 unsere Erlebnisse und Eindrücke der ersten drei Monate an unsere Lieben in Deutschland beschrieben.

Canindeyú - unsere erste Busfahrt

Busfahren ist hier immer ein Erlebnis

Wenn man keinen eigenen fahrbaren Untersatz hat und die Entfernung zu groß wird, dann bleibt hier nur ein Transportmittel übrig - der Bus. Eine Eisenbahn gibt es nicht mehr, die wenigen Flußschiffe fahren oft sehr lange und selten und Flugzeuge sind nicht nur teuer, sondern ebenfalls selten und schaden dazu auch noch der Natur erheblich.

Paraguay hatte zwar die erste Eisenbahn Südamerikas, aber davon ist (fast) nichts übrig geblieben. Nur ein paar alte Bahnhöfe, Waggons und Dampfloks zeugen noch von diesem Fortbewegungsmittel. Wir finden dies sehr schade, aber immerhin soll die Strecke von Asunción nach Encarnación in irgendeiner fernen Zukunft mal wieder befahren werden. Auf den großen Flüssen verkehren zwar immer noch Passagierschiffe, aber wer will heute schon 1,5 Tage unterwegs sein, wenn es der Bus in 8 Stunden schafft. Kleine Propellerflugzeuge fliegen zwar einige Flughäfen im Land an, aber es ist mindestens doppelt so teuer wie der Bus und da die Flughäfen nicht unbedingt nahe am Zielort liegen, auch nicht wirklich schneller.

Als wir noch in Asunción waren, haben wir uns um die Stadtbsse herumgedrückt, denn es waren einfach zu viele neue Eindrücke und wir wollten uns nicht mit noch mehr belasten. Die wenigen "Ausflüge" haben wir zu Fuß erledigt und zweimal ein Taxi genommen, da wir einen Termin hatten (Migraciones).

Ein Grundstück in Santo Domingo, Canindeyú

Grundstueck ManfredAm 24.10.2017 wurden wir von einem Bekannten mit dem Auto nach Santo Domingo in Canindeyú mitgenommen, um uns ein Grundstück anzuschauen. Dieses Grundstück wurde uns schon in Deutschland angeboten und wir waren erstaunt, daß es noch zu haben war. Obwohl er uns mit Preis und Zahlungsziel sehr entgegenkam und auch das volle Risiko getragen hätte, wenn es mit dem Titel nicht geklappt hätte - er wäre erst in zwei Jahren ausgestellt worden - war es für uns mit 24ha zwar nicht zu groß, aber einfach zu teuer. Auf Abhängigkeiten wollten wir uns nicht einlassen und so war auch ein Regierungsprojekt zur Renaturierung in der Nähe nichts für uns. Immerhin hatten wir nun einen neuen Teil des Landes gesehen und die Region, die wir ja in die engere Wahl gezogen hatten, gefiel uns auch sehr gut.

Die Rückfahrt ging dann mit dem Canindeyú-Bus und sollte unsere erste Busfahrt werden. Franz, den wir in der Unterkunft kennengelernt hatten, zeigte uns ein Foto der Abfahrtszeiten in Salto del Guaira. Für 100km Ruta braucht so ein Bus ungefähr eine Stunde wurde uns gesagt, aber wir gingen lieber etwas früher hin. Aber wo hin? Wo ist denn die Haltestelle?
Es ist ganz einfach, denn man muß nur an die richtige Straße gehen und sich bemerkbar machen, dann hält der Bus genau vor den Füßen. Wir hatten uns einen schönen Platz gesucht und konnten gut einen Kilometer der Ruta 10 übersehen. Da viele LKW von vorn einem Bus sehr ähnlich sehen, haben wir schon ein paarmal genauer hinschauen müssen. Nun war er aber fällig und wieder ein LKW - und ein zweiter - und ein dritter - und ein vierter ... nein, das ist der Bus und er setzt zum Überholen an...
Wir wissen nicht, wie er uns gesehen hat, aber plötzlich bricht er den Überholvorgang ab und hält genau vor uns an - puh, wir hatten schon Angst, eine weitere Stunde warten zu müssen.
Wir waren total überrascht, denn der Bus war richtig komfortabel und sehr sauber, sogar nach europäischen Maßstäben. Man fühlte sich eher wie in einem modernen Schnellzug und wenn wir nicht immer wieder hinausgeschaut hätten, wüßten wir nichts von den ständigen Überholmanuevern. Nach einer sehr angenehmen Fahrt hatten wir dann noch eine Hürde zu überwinden - der Ausstieg. Bei nur gut 20 Fahrgästen konnten wir kaum darauf hoffen, daß außer uns noch jemand in Emboscada aussteigen wollte, also beobachten wir schon rechtzeitig ein wenig. Der vordere Bereich ist abgedunkelt, damit man nicht dem Fahrer und Begleiter über die Schulter schauen kann. Andere Fahrgäste klopfen einfach an die Tür, dann wird aufgemacht und etwas später hält der Bus. Aber wann sind wir denn nun da? Zum ersten Mal freuen wir uns über Google Maps und die gute Internetversorgung. Der Bus hätte zwar sogar WiFi haben sollen, aber irgendetwas muß ja defekt sein, denn wir sind ja in Paraguay. Die letzten Kilometer verfolgen wir also auf der Online-Karte, gehen dann nach vorn und schaffen es sogar uns verständlich zu machen. Er hielt genau dort, wo wir wollten. Nun hatten wir also auch dieses Abenteuer gemeistert und es sollten noch einige Fahrten folgen.

 

Das Hobbithaus - unser Zuhause für die nächsten Tage

Da in dem Haus, in das wir eigentlich einziehen sollten, noch einige Einbauten zu erledigen waren, konnten wir einige Tage in dem Musterhaus für die Hobbithäuser wohnen. Wir genossen diesen unerwarteten Luxus, wollten uns aber lieber nicht zu sehr daran gewöhnen.

Unsere ersten Tage in der Hauptstadt Asunción

Wir hatten aus Deutschland nicht weiter geplant, als fürdie ersten Tage. Wir wollen in der Stadt nur die Papiere beantragen und uns dann auf die Suche nach einer neuen Heimat begeben.

18. und 19. September 2017 - Der Flug in die neue Welt Heimat

Diese beiden Tage waren nicht nur die längsten unseres Lebens (6 Stunden mehr wegen Zeitunterschied), sondern auch die bewegtesten. Wir schließen über 50 Jahre Leben in Deutschland ab und beginnen ein völlig neues mit einer völlig ungewissen Zukunft. Die Aufgabe, die die meißten Menschen durch Tod und Wiedergeburt erledigen haben wir einfach in ein einziges Leben gepackt. Natürlich sind wir nicht die einzigen, aber doch nicht ganz alltäglich.
Wir schreiben diesen Beitrag am 19.09.2018, also genau am Jahrestag unserer Ankunft.

Der Abflug naht

Das Haus ist verkauft, alle Verträge sind gekündigt unsere Haustiere haben ein neues Zuhause und die richtig heiße Phase beginnt. Wir suchen fieberhaft nach einer günstigen Transportmöglichkeit für unser Hab und Gut, nach bezahlbaren Flugtickets und müssen die notwendigen Papiere besorgen.

Das letzte Jahr in Deutschland

Der Übergang von der normalen Planung zur "heißen Phase" war eher unmerklich und Carmen verstand es gar nicht, daß ich immer wieder die Tage zählte und mich fragte, wo wir denn nächstes Jahr seien. Es war noch so viel zu regeln...

Wie alles begann...

Der Gedanke, später einmal auszuwandern war bei uns beiden schon lange "im Programm". Natürlich sind wir beide systemkonform aufgewachsen und erzogen worden und der Wunsch zur Auswanderung war eher wegen des echten Klimas, nicht wegen des politischen. Auch unsere Lebensweise war damals eher schwäbisch, also "schaffe, schaffe Häusle baue".