
21.10.2024 - Das Paket - Ist es wirklich verloren?
Wir haben lange nachgedacht, mit mehreren Menschen darüber gesprochen und uns fast ein dreiviertel Jahr überlegt, was wir tun sollten. Das Ergebnis ist, wir gehen mit ihnen genauso um, wie es die paraguayische Presse mit potentiellen Straftätern tut.






























Am 19.09.2022 jährt sich unsere Ankunft hier in Paraguay zum 5.Mal - oder wie es Dave vom X22-Report sagen würde "ein Fünf-Jahres-Delta". Ein Grund für einen Rück- und Ausblick. Wen die einzelnen Stufen näher interessieren, schaue sich bitte die entsprechenden Beiträge an. Über das Meiste haben wir ja bereits geschrieben.
Nachdem sich der Grundwasserspiegel und der Pegel der Flüsse im hiesigen Herbst leicht erholt hatten, haben wir nun mitten im Winter nicht nur eine extreme Dürre, sondern nach zwei Frostperioden auch eine extreme Hitzewelle.
Unter Winter in den Tropen stellt man sich als Eurppäer wohl eher angenehm frühlingshafte Temperaturen und Wetterbedingungn vor. Nun mußten wir es zum zweiten Mal erleben, daß das Wettergefüge dieser Erde wohl nicht mehr so ist, wie wir es noch in der Schule gelernt haben.
Das Jahr 2020 hat uns, im Nachhinein betrachtet, geistig gelähmt. Die Ereignisse in der Welt, die wir von Anfang an aufmerksam, seit März extrem intensiv, verfolgt haben, waren so skurril, daß wir bis heute noch nicht verstehen können, wie die Mehrheit der Menschen so traumwandlerisch durch ihr "Leben" torkeln.
Im September 2018 entschlossen wir uns, Hühner anzuschaffen. Damals kauften wir uns ein paar erwachsene Hennen, einen Hahn und 20 Küken. Neben weiteren Küken besorgten wir uns im März 2020 7 kleine Perlhuhnküken, von denen wir 5 bis zum Erwachsenenalter durchbrachten.
Wir sind heute, 20.12.2020 genau 3 Jahre, 3 Monate und einen Tag hier in Paraguay. Kurz vor der großen Wende ist es eine gute Zeit, Bilanz zu ziehen.
Am Sonntag, den 25. Oktober 2020, gab es mal wieder eine offizielle Unwetterwarnung vor schweren Sturmböen bis 120 km/h, Gewitter und Starkregen. Diese Ereignisse häufen sich natürlich immer mehr, da der Weg für den Wind von Feuerland bis zum Äquator nahezu eingeebnet ist. Nur wenige Bäume wirken hier noch bremsend, von Wald sind nur noch Reste erhalten.
Heute vor einer Woche begann das große Feuer sich seinen unheilvollen Weg über unser Grundstück zu bahnen. Wir wollen lieber nicht genauer darüber nachdenken, wieviel Meerschweinchen, Gürteltiere, Tejú, Jejú'i, Rebhühner, Schlangen und sonstige Tiere dabei, oder durch den Versteck- und Futtermangel danach, umgekommen sind.
Am 28.08.2020 saßen wir gegen 18:00 (Paraguay-Zeit) am Computer und arbeiteten an einem unserer Web-Server. Plötzlich hörten wir ein uns wohlbekanntes knistern. Es ist hier üblich, Felder und Weiden durch Feuer zu "bereinigen". Wie immer schauten wir natürlich vorsichtshalber nach und bekamen einen riesen Schreck, denn es brannte bei uns, keine 100m vom Haus.
Ihr habt recht, es war in der letzten Zeit sehr still um uns, aber dies ist kein Zeichen von Untätigkeit. Mittlerweile dürfte vielen aufgefallen sein, daß sich gewaltige Veränderungen in der Welt abspielen und natürlich waren und sind auch wir nicht ganz unbetroffen davon
Als wir im April 2018 hierher kamen, gab es zirka 200m von unserem Grundstück entfernt eine sehr abenteuerliche Holzbrücke über den kleinen Bach. Sie hatte mehrere lose Balken, war an vielen Stellen notdürftig geflickt und das Geländer lag abgebrochen im Bach. Wir trauen uns kaum, zu Fuß darüber zu gehen.
Als wir diesen Artikel am 16.09.2019 schreiben, brennt seit über 1 Monat der Amazonas, aber auch sonst weltweit in Afrika und Fernost, sogar in Sibirien sind große Brände zu entdecken. Wir brauchen aber gar nicht weit weggehen, denn selbst Paraguay kam vor 1 Woche auf über 7.000 Brandherde. In Südamerika sind 99,9% der Brände von Menschenhand entfacht.
Nun war es endlich soweit, wir haben den ersten Spatenstich zum Bau des Wohngemeinschaftshauses getan. Davor stand ein langer Weg. Schon im Dezember waren wir uns darüber im Klaren, daß es etwas völlig anderes sein soll und am liebsten mit nubischen Gewölben.
Wir haben einen kalten Winter und ein sehr unruhiges Frühjahr hinter uns. Noch vor wenigen Tagen gab es einen Kälteeinbruch mit Nachttemperaturen von nur 14°C. Nun sind wir mitten in einer Hitzewelle und haben nachts 27°C und tagsüber 38°C. Arbeiten ist nur morgens möglich und wir bauen an unserer Terrasse.
Wir haben ja soviel geschrieben, was wir alles machen wollen, da ist es an der Zeit,. einmal eine kleine Bilanz zu ziehen. Sie soll wertfrei ausfallen, denn rechtfertigen brauchen wir uns zum Glück bei niemandem, wir sind ja erwachsene Menschen und stolz auf ein gewisses Maß an Weisheit.